Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2005
"Eine schönere deutsche Prosa als Stifter hat niemand geschrieben", verkündet Martin Z. Schröder und gibt damit die Fallhöhe vor, von der er Karl Menrads Vortrag dann auch sogleich stürzen lässt. Noch größeren Groll hegt er allerdings gegen den Verlag, der nicht nur gekürzt ("Stifter macht keine überflüssigen Worte"!), sondern dabei, oh Frevel, gleich noch Sätze des großen Stilisten umgestellt hat. Stifters genaue Sprache zu verstümmeln "und es für die Flüchtigen und Eiligen konsumierbar zu machen, heißt, sich an diesem Werk zu versündigen", urteilt Schröder. Da hilft auch Menrads schöne Stimme nix.
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