Zelda Biller schaut für die
NZZ auf die Hintergründe zur abgesagten
Galliano-Ausstellung in New York (mehr dazu bereits
hier). Der einst gefeierte Modedesigner verlor bekanntlich 2011 hochdekorierte Posten in der Branche, nachdem er sich wüst rassistisch und antisemitisch geäußert hatte und dann auch noch ein Video auftauchte, in dem er von Hitler schwärmte. Die nun doch nicht stattfindende Ausstellung, die ursprünglich wohl von Mode-Zarin Anna Wintour lanciert wurde, sollte offenbar eine große Rehabilitation einläuten, die sich in den letzten Jahren bereits durch vereinzelte Posten und Pöstchen ankündigte. "Die Geschichte John Gallianos ist
ein großes Hin und Her: Mal rastet er aus, mal kriecht er zu Kreuze, mal macht er sich über Juden mit einer Kaftan-Maskerade lustig, dann will er sein Werk in einer großen Schau würdigen lassen - und am Ende wird diese abgesagt, weil es wieder einmal jüdische Kritiker waren, die protestierten. Darin zeigt sich auf exemplarische Weise ein Muster, das
das Verhältnis nichtjüdischer Gesellschaften zu Juden generell prägt: Mal werden sie angegriffen, mal bittet man um Vergebung, mal beschäftigt man sich mit ihrer Geschichte, macht Ausstellungen über sie. Dann wendet man sich wieder ab. Und immer bleibt die Frage:
Was kommt als Nächstes?" In der
taz blickt Hilka Dirks auf die Geschichte.