Mit 60 farbigen und sw-Abbildunge. Die Schlacht am Morgarten ist nicht wegzudenken aus dem eidgenössischen Festkalender, obwohl kaum etwas über das Treffen zwischen den Habsburgern und den Schwyzern bekannt ist. Nicht einmal der genaue Ort der Schlacht ist mit Sicherheit verbürgt. Die Ortschaft wird seit 1800 als "klassische Stelle" oder "historische Stätte" von Reisenden gesucht, besucht und beschrieben. Die Feierlichkeiten zum 700. Jahrestag der Schlacht am Morgarten im Jahr 2015 waren der Ausgangspunkt für dieses Buch. Silvia Hess untersucht darin nicht nur den politischen Gebrauch von Geschichte, sondern erstmals auch Morgarten als Fremdenverkehrsattraktion. Ein Besuch vor Ort wurde seit dem Ende des 18. Jahrhunderts mit Angeboten verknüpft, das historische Geschehen der Schlacht zu "sehen" und zu "fühlen", bis hin zur "Möblierung" der Landschaft zum Jubiläumsjahr 2015.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2018
Rezensent Urs Hafner findet Silvia Hess' These, dass die Schlacht von Morgarten, wie sie heute erinnert wird, mehr das Resultat einer geschickten Touristenwerbung als geschichtswissenschaftlicher Recherchen sei, "originell und provokativ". Aber wenn sie ihn vollkommen hätte überzeugen wollen, dass Nationalgeschichte mehr auf auratischen Erzählungen denn auf gut dokumentierten Fakten beruht, hätte sie auch die Publikationen der Historiker zu Morgarten konsultieren müssen, anstatt sich ausschließlich auf populärkulturelle Quellen zu stützen, meint Hafner.
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