Aus dem Polnischen von Lisa Palmes. Die junge Zofia Wagner wird ermordet in ihrer Warschauer Wohnung aufgefunden. Für Freunde und Nachbarn ist die Tat völlig unerklärlich, führte Zofia doch ein unauffälliges Leben. Auf den zweiten Blick tun sich jedoch ungeahnte Abgründe auf - und fast jeder aus Zofias Umfeld gerät unter Verdacht: ihr Ex-Freund, ihre tschetschenische Putzfrau, ihr ehemaliger Verlobter. Kommissar Marcin Sawicki, ein Macho alter Schule, und seine ehrgeizige neue Kollegin Ada Rochniewicz übernehmen die Ermittlung. Doch Doch sämtliche Spuren verlieren sich im Nebel …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2021
Rezensentin Katrin Doerksen entdeckt in Kaja Malanowskas Kriminalroman um den Mord an einer jungen Warschauerin einen Hoffnungsschimmer, was die gesellschaftliche Entwicklung Polens angeht. Die Autorin versteckt ihn laut Doerksen in der Erleuchtung eines Macho-Ermittlers, dem, konfrontiert mit lauter bedrängten Frauen, die Zwänge des weiblichen Geschlechts in seinem Land aufgehen. Themen wie Misogynie, häusliche Gewalt, Rassismus, Korruption und katholischer Traditionalismus machen den Text zu einem ambitionierten Stück Literatur, findet die Rezensentin. Eine stärkere Verdichtung hätte dem Text samt seiner vielen Ideen und "repetitiven Zusammenfassungen" allerdings gut gestanden, meint sie.
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