Aus dem Französischen von Gernot Krämer. Monsieur Bougran ist ein Ministerialbeamter, der mit seiner vorzeitigen Pensionierung nicht zu Recht kommt. Er bekämpft sein Unbehagen, indem er in seiner Wohnung das frühere Büro nachstellt und vorgibt, er wäre noch immer Beamter. Er heuert Monsieur Huriot als Hilfskraft an, schreibt Briefe an sich selbst und bearbeitet fiktive Akten. Huysmans kannte das Bürokratenmilieu gut, er war selbst knapp vierzig Jahre lang Beamter, die Situation der Angestellten, die Dienstvorschriften und die unerträgliche Routine waren ihm vertraut.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2013
Ina Hartwig ist schwer begeistert von dieser leichten Erzählung von Joris-Karl Huysmans, postum erschienen und nun erstmals hierzulande zu lesen, ein Fund, findet sie. Dass der Autor sein Thema, die Pariser Bürokratie des 19. Jahrhunderts, aus eigener Erfahrung kennt, erklärt Hartwig, und ebenso, worin das Besondere an Huysmans Zugriff besteht. Nämlich in der die Entdeckung der Verwaltungssprache für die Literatur, noch vor Kafka, sowie um die fatal-komische Färbung der Büroexistenz und dessen, was danach kommt - der Ruhestand des Monsieur Bougran.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2012
Rezensent Andreas Platthaus ist hocherfreut, dass Joris-Karl Huysmans Novelle "Monsieur Bougran in Pension" nun erstmals in brillanter Übersetzung auf Deutsch erschienen ist. In den höchsten Tönen lobt der Kritiker das posthum veröffentlichte Werk, das die Geschichte eines unfreiwilligen Frühpensionärs erzählt, der seine aufgezwungene Freiheit durch den exakten Nachbau seines ehemaligen Büros und das Verfassen eines bürokratischen Briefwechsels über imaginäre Fälle zu vertreiben versucht. Fasziniert liest Platthaus nicht nur die an die Beschreibungskunst aus "Gegen den Strich" erinnernden Interieur-Schilderungen, sondern lobt auch die Marcel Proust oder Elias Canetti vorwegnehmenden Figuren dieser meisterhaften Erzählung. Eine solche Modernität der "Psychologisierung des Absurden" sei sonst nur noch bei Gogol zu finden, lobt der verzauberte Kritiker.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…