Mit drei Resonanzen von Nobert Bolz, Birgit Kelle und Alexander Grau. Jordan B. Peterson zeigt in dieser Streitschrift, dass das, was sich derzeit vornehmlich als Welt- und Wirtschaftskrise manifestiert, im Kern eine tiefe Sinn- und Wertekrise der bürgerlichen Kultur des Westens ist, und setzt sein Manifest als Bollwerk gegen die vorherrschende Sinnleere, Verzweiflung und Orientierungslosigkeit. Er plädiert für einen frischen Blick auf jenen zeitlosen Werte-Kanon, in dessen Glanz sich jede Generation ihrer eigenen Suche nach Sinn und Wahrheit vergewissern kann, und für die formende Kraft der klassischen Tugenden, in deren ethischem Gefüge das Individuum sich und anderen Rechenschaft zu geben vermag.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2023
Rezensent Thomas Ribi vermisst im neuen Buch des umstrittenen kanadischen Psychologen Jordan Petersen dessen kämpferischen Ton. In seinem "Manifest" spricht der Autor den Konservativen in der Welt Mut zu und schlägt als Lösung für die von ihm diagnostizierte "Sinnkrise" des Westens eine Rückberufung auf traditionelle Werte vor, berichtet der Rezensent. Dabei macht Petersen keinen Hehl aus seiner Ablehnung feministischer und antirassistischer Theorien. Er bleibt dem Kritiker dabei allerdings immer noch zu diplomatisch. Auch hätte Ribi sich gewünscht, was Petersen würde definieren, was er unter "Verantwortung und Demut im Alltag", zu denen er seinen Lesern rät, genau versteht. Erst in den Anhängen, in denen der Autor unter anderem behauptet, Armut und Ungleichheit seien unabänderliche Naturgegebenheiten, findet Ribi den gewohnten Kampfgeist wieder.
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