Holger Gzella

Aramäisch

Weltsprache des Altertums
Cover: Aramäisch
C.H. Beck Verlag, München 2023
ISBN 9783406793486
Gebunden, 480 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. Die aramäische Sprache ist ein Wunder: Ganz ohne militärische Eroberungen wurde sie im ersten Jahrtausend v. Chr. zur Verwaltungssprache des persischen Großreichs und damit zur ersten Weltsprache überhaupt. Holger Gzella, weltweit einer der besten Kenner des Aramäischen, erklärt, warum sich Sprache und Schrift eines politisch unbedeutenden Territoriums von Nordafrika bis Indien durchsetzten konnte und wie es zu einem zweiten Wunder kam: In der Weltsprache Aramäisch wurden Schriften mit einer universalen Botschaft verfasst, die aus lokalen Kulten die ersten Weltreligionen machten. Das anschaulich geschriebene Buch lässt auf faszinierende Weise das unsichtbare Gewebe erkennen, das die Kultur des Altertums geprägt hat und die großen Religionen bis heute verbindet. Das Aramäische war über tausend Jahre lang die Lingua franca zwischen Indus und Nil, ja mehr noch: Durch mächtige Netzwerke von Beamten und Schreibern prägte es Politik, Recht, Literatur und Religion der Alten Welt. Wichtige Teile des Alten Testaments sind auf Aramäisch geschrieben, Jesu Muttersprache war Aramäisch, das rabbinische Judentum war zum großen Teil aramäischsprachig, und die orientalischen Kirchen sind (teils bis heute) ohne das Aramäische als Literatur- und Liturgiesprache nicht zu denken. Im 7. Jahrhundert schließlich wurde das Aramäische vom Arabischen, der Sprache des Korans, als Leitsprache des Orients abgelöst.Die aramäische Sprache ist in Forschung und öffentlicher Wahrnehmung zu Unrecht ins Abseits geraten. Holger Gzellas  Gesamtdarstellung bringt ein "vergessenes Weltreich" zum Vorschein, das in den Weltreligionen bis heute weiterlebt. Die vergessene Lingua franca zwischen Indien und Nordafrika 1500 Jahre Kulturgeschichte der Alten Welt aus neuer Perspektive Judentum, Zoroastrismus, Christentum, Islam: Wie das Aramäische die Weltreligionen prägte Aramäisch wird heute noch in Westanatolien und Teilen Syriens gesprochen

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2023

Der hier rezensierende Altorientalist Michael P. Streck staunt über die Langlebigkeit des Aramäischen beim atemlosen Lesen von Holger Gzellas Sprachgeschichte. Dass der Autor dem Leser entgegenkommt, indem er eher kulturgeschichtlich als linguistisch forscht, erleichtert Streck, schließlich wird nur noch in wenigen syrischen und irakischen Flecken Alltags-Aramäisch gesprochen. Wer wann zuerst aramäische Texte verfasste und zu welchem Zweck, setzt der Autor dem Leser kundig auseinander, führt ihn durch 1200 Jahre Sprachgeschichte und erkundet auch neue aramäische Schrifttraditionen, freut sich Streck.

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