Vor über 40 Jahren begann Friedrich Achleitner mit einem Projekt, von dem er glaubte, es würde ihn drei Jahre beschäftigen: Die gelungene und charakteristische Bausubstanz der österreichischen Architektur im 20. Jahrhundert wollte er erfassen und in einem handlichen Architekturführer im Zusammenhang dokumentieren. Tausende Kilometer ist er seither gefahren, zahllose Fotos, Pläne, Texte hat er gesammelt - und jetzt ist das Projekt abgeschlossen. Diese drei Bände erfassen die relevante Bausubstanz von Wien (1.- 23. Bezirk), das damit vollständig dokumentiert ist. Dabei behandelt Friedrich Achleitner Architektur im weitesten Sinn des Begriffs: Es geht ihm nicht ausschließlich darum, die so genannte "Moderne" zu präsentieren, sondern darum, verschiedene baugeschichtliche Phänomene zu erfassen, soweit wir sie heute als Zeugen historischer Entwicklungen sehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.03.2011
Mit großer Freude hat Rezensent Stephan Templ den nun vorliegenden letzten Band von Friedrich Achleitners Architekturführer für Österreich aufgenommen. Der Band, der die Wiener Bezirke 19 bis 23 umfasst, schließt das Werk des inzwischen achtzigjährigen Architekturprofessors nach 45 Jahren Arbeit ab. Templ schildert ausführlich die langwierige Entstehung des Großwerks über die Österreichische Architektur sowie die akribische Arbeitsweise Achleitners. Besonders geht er auf das sozialhistorische Interesse des Autors sowie auf die Probleme und Themen der Architektur ein, die dieser darin behandelt. Zu Recht scheint ihm Achleitner, der als "kritischer Einzelgänger" in Österreich lange ignoriert wurde, dort heute eine Institution.
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