Eva Gesine Baur

Mozart

Genius und Eros. Eine Biografie
Cover: Mozart
C.H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406661327
Gebunden, 565 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Eva Gesine Baur erzählt Mozarts dissonantes Leben, ohne zu beschönigen, dass der Schöpfer unfassbarer Musik auch eine schwarze Seite hatte: Sich seines göttlichen Talents bewusst, log, trickste und intrigierte er. Er verschenkte Glückseligkeiten und verteilte Bösartigkeiten. Die Biografie versucht, diesen Abgrund auszuloten. Mozart selbst hat das Problem in die Welt gesetzt, mit der sich seine Verehrer und seine Biographen herumschlagen: Er schrieb Briefe, die seine menschlichen Schwächen bloßlegen. Auch andere Zeitzeugnisse zeigen einen Mozart, der alles andere als göttlich war. Seinen Vater, Salieri oder seine Frau Constanze zu Sündenböcken zu machen, verbieten die Fakten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.08.2014

Recht beschwingt lässt sich Wolfgang Schreiber auf diese "gut lesbare, intelligente Studie" ein, schildert den essayistischen Ansatz der Autorin, konzentriert sich aber besonders auf die Schilderungen des intriganten Wiener Musiklebens, an dem Mozart letztlich wegen "mangelnder Diplomatie und Finanzbegabung" scheiterte - unter Hinterlassung der bekannten unsterblichen Werke. Auf die Opern, so Schreiber, konzentriere sich die Autorin in diesem Band. Am Ende muss der Rezensent der Autorin zustimmen, wenn sie nach versierter Darstellung dieses rätselvollen Künstlerlebens in feierlich-anmutigen Worten vor seiner Musik kapituliert: "Sie ist Welterfahrung, losgelöst von jeder Gestalt. Sie ist Musik und nur Musik."

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.07.2014

"Nah kommen wir Mozart nicht. Punkt", das ist eine alte Weisheit Wolfgang Hildesheimers, und sie gilt immer noch, stöhnt Rezensentin Barbara Möller nach der Lektüre von Eva Gesine Baurs neuem Buch. Baurs Eros-These liefert ihr den Schlüssel auch nicht. Möller liest zunächst erst einmal viel über Leopold Mozart, den Baur als eine Art "osteuropäische Eislaufmutter" (so die Rezensentin) schildere. Vor allem aber arbeitet sich die Kritikerin an der besagten Eros-These ab: Eros erscheint ihr in Baurs Buch verantwortlich für Mozarts Melodik, seinen Gelenkrheumatismus, seinen Egoismus, seine Intrigen et cetera. Aber das leuchtet der Rezensentin nicht ein. Sie will Mozart nicht auf eine Patentthese reduziert sehen, sondern wünscht sich Differenzierung: "Mozart war zwar ein Genie, aber er ist nicht vom Himmel gefallen, sondern war ein Kind seiner Zeit."

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