Edward B. Tylor

Die Anfänge der Cultur

Untersuchungen über die Entwicklung der Mythologie, Philosophie, Religion, Kunst und Sitte
Cover: Die Anfänge der Cultur
Edition Olms, Hildesheim / Zürich / New York 2005
ISBN 9783487120959
Gebunden, 966 Seiten, 136,00 EUR

Klappentext

2 Bände. Leipzig 1873. Reprint: Hildesheim 2005. Als Begründer der modernen Anthropologie und Ethnologie leistete Edward B. Tylor (1832-1917) wesentliche Beiträge zum Verständnis primitiver Völker. Er begriff Kultur als komplexes System, das "Kenntnisse, Glaubensvorstellungen, Künste, Sitte, Recht, Gewohnheiten und jede andere Art von Fähigkeiten und Dauerbetätigung umfasst, die der Mensch als Mitglied der Gesellschaft erwirbt". Tylor vertrat die Überzeugung, daß sich unterschiedliche Kulturen über vergleichbare Entwicklungsstufen zu zivilisierten Gesellschaften entwickeln. Seine animistischen Theorien zur Entstehung des Glaubens an körperunabhängige Geister-wesen waren einflussreich. In Deutschland war Tylor durch die Übersetzung seines Werkes "A history of mankind" bereits bekannt. Das vorliegende Buch übte nachhaltige Wirkung auf die sich institutionell neu formierende Völkerkunde aus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.01.2006

Ulrich Holbein begrüßt die Wiederentdeckung des britischen Kulturanthropologen und Universalgelehrten Edward B. Tylor (1832-1917), dessen Hauptwerk nun neu aufgelegt wurde. Tylor, der als umstrittener Urvater der Kulturanthroplogie gelte, habe in seinen ethnographischen Studien den Begriff des "Animismus" geprägt, der ihn zum "Darwin der Religionsphilosophie" werden ließ, so der Rezensent. Sein Einfluß auf die nach ihm folgenden Anthropologen bis in die heutige Zeit sei kaum zu unterschätzen, ebenso wie seine Prosa, die noch ganz dem Stil des 19. Jahrhunderts verpflichtet ist, und beispielhaft für eine Zeit stehe, in der "Wissenschaftler noch schreiben und denken konnten wie Klassiker". Holbein würdigt das Buch, das von allgemeinen Themen wie "Götzendienst, Zählkunst, Nies- und Grußformeln", über den Vorläufer des Lolita-Syndroms, bis zu nie gehörten Gebräuchen wie der Omoplatoskopie oder der Wahrsagekunst aus Schulterblättern reicht, als eine aufklärerische Abhandlung animistischer und spekulativer Philosophie. Tylors Entdeckungen scheinen den Rezensenten offensichtlich inspiriert, ja beizeiten sogar fasziniert zu haben.

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