Barbara Klemm

Zeiten Bilder

Cover: Zeiten Bilder
Schirmer und Mosel Verlag, München 2019
ISBN 9783829608770
Gebunden, 240 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Die Fotojournalistin Barbara Klemm (geboren 1939) hat mit ihren Schwarzweiß-Bildern, die sie von 1970 bis 2005 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aufnahm, ein unvergleichliches bebildertes Geschichtsbuch der Bundesrepublik Deutschland geschaffen. Ob beim legendären Zusammentreffen Leonid Breschnews mit Willy Brandt in Bonn 1973, bei den Protesten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Mutlangen 1983 oder in der euphorisierten Menge am Brandenburger Tor am 9. November 1989 - stets ist es der Fotografin gelungen, im entscheidenden Moment auf den Auslöser zu drücken. So schuf sie Bilder fürs kollektive Gedächtnis, die teilweise - mit Künstlerportraits, Reisereportagen und Museumsbildern - weit über das Politische hinausgehen und immer von gesellschaftlicher Relevanz sind. Ihre Portraits von Politikern, Schriftstellern, Musikern und bildenden Künstlern stehen neben Reportagen über Alltag und Gesellschaft an den Kulminationspunkten der Welt: Ost- und Westeuropa, Russland, Iran, Indien, Südafrika, Chile, Peru, Bolivien, Kuba und USA. Scheinbar einfache Mittel - analog, schwarzweiß, ohne Stativ und Blitz, selbstentwickelte Abzüge ohne Beschnitt auf Barytpapier - prägen den Stil dieser passionierten Bildchronistin, deren unverzichtbaren ästhetisch-pädagogischen Beitrag zu unseren Sehgewohnheiten wir zu ihrem 80. Geburtstag mit diesem opulenten Bildband feiern. Herzlichen Glückwunsch, Barbara Klemm!

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2019

Thomas Steinfeld blättert fasziniert in dem Fotoband von Barbara Klemm. Die Kunst Klemms liegt für ihn in der absichtlichen Verfehlung des sogenannten historischen, symbolischen Augenblicks. Stattdessen richte Klemm den Blick auf die Sekunden davor oder danach und erfasse die Protagonisten der Geschichte in ihrem ganz "privaten Surrealismus". Für Steinfeld ein "Akt der Auflehnung" gegen das fotografische Tagesgeschäft, dem die meisten der im Zeitraum zwischen 1969 und 2019 entstandenen Fotos des Bandes entstammen. Dieser "private Blick" und eine "Neigung zum Malerischen" sprechen Steinfeld an. Heinrich Böll, Madonna, Willy Brandt, bei Klemm werden sie zu Gestalten wie in einem Gemälde von Courbet, und das Ereignis selbst tritt in den Hintergrund, meint Steinfeld.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2019

Freddy Langer entdeckt Geschichte nicht so sehr in den berühmtesten Fotografien von Barbara Klemm, sondern in den Gesichtern und Blicken von Menschen aus aller Welt, der kleinen Leute vor allem. Dass Klemms Auswahl nicht chronologisch, sondern assoziativ angelegt ist, gefällt Lange. Vor dem Betrachter entsteht so ein staunenswertes Epos, meint er, das nicht nur die dauernden Veränderungen der Weltgeschichte dokumentiert, untr anderem in den Politikerporträts von Gorbatschow bis Schmidt, sondern auch die Hoffnungen in der Gesellschaft, und dies ohne Sozialromantik, versichert Lange.

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