Alessandro Nova (Hg.), Anna Schreurs

Benvenuto Cellini

Kunst und Kunsttheorie im 16. Jahrhundert
Cover: Benvenuto Cellini
Böhlau Verlag, Köln - Weimar 2003
ISBN 9783412110024
Gebunden, 413 Seiten, 64,00 EUR

Klappentext

Mit 223 SW-Abbildungen. Der Florentiner Künstler Benvenuto Cellini (1500-1571) zählte zu den bedeutendsten Goldschmieden, Medailleurs und Bildhauern seiner Zeit. Er arbeitete u. a. für die Päpste in Rom, die Medici in Florenz und den französischen König. Neben seinen Tätigkeiten als Künstler und Handwerker verfasste er mehrere kunsttheoretische Traktate und eine Autobiografie. Der Band würdigt die verschiedenen Aspekte seines Schaffens. Zunächst wird die kulturelle Situation in Florenz sowie die Beziehung zwischen Kunst und Politik in der Zeit Cosimo I. skizziert, dann folgen Beiträge über die Begriffe idea und disegno, über Cellini als Zeichner, Goldschmied und Bildhauer, die Paragone-Debatte (der sog. "Rangstreit der Künste") und die Frage der Mehransichtigkeit der Skulptur, die Rezeption der Antike in der Zeit Cellinis und die Probleme der Autobiografie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2004

Dieser von Alessandro Nova und Anna Schreurs herausgegebene Band zu einer Tagung aus Anlass von Benvenuto Cellinis fünfhundertstem Geburtstag verknüpfe, lobt Christine Tauber, "in vorbildlicher Weise" die beiden bislang getrennten Umgangsweisen mit dem Phänomen Cellini, einer der, wie die Rezensentin hervorhebt, "schillerndsten und interessantesten Künstlerpersönlichkeiten" der italienischen Renaissance. Bislang haben, erklärt die Rezensentin, nämlich entweder Kunsthistoriker sich den Werken Cellinis zugewandt, und verfuhren dabei recht naiv mit der autobiografischen Selbstkonstruktion des Künstlers, oder aber Literaturwissenschaftler haben sich allein mit den Feinheiten dieser künstlerischen Selbststilisierung beschäftigt. Dieser Band nun verknüpft zur Freude der Rezensentin beide Stränge.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2004

Der vorliegende Band, informiert Christiane Kruse, versammele die Ergebnisse einer Tagung der Cellini-Gesellschaft in Frankfurt. Mit Frankfurt, erläutert die Rezensentin, sei Cellini insofern verbunden, als Goethe Cellinis Autobiografie "La Vita" übersetzt hatte. Dem exzentrischen Renaissancekünstler Benvenuto Cellini gelang es schon zu Lebzeiten, an seinem eigenen Mythos zu arbeiten, indem er u.a. behauptete, drei Morde auf dem Gewissen zu haben. Dem für Cellini zwingenden Verhältnis von Kunst und Gewalt spürt laut Kruse Michael Cole nach, Autor der jüngsten und vielbeachteten Cellini-Biografie, der dessen Entwürfe für ein Familienwappen untersucht. Der vorliegende Sammelband sei in sieben Themengebiete untergliedert, so Kruse, doch wie ein Basso ostinato ziehe sich die Beschäftigung mit Cellinis "Vita" durch das Buch. So befasse sich Klaus Herding direkt mit der Goetheschen Übersetzung und Auseinandersetzung mit dem Künstler, der für Goethe ebenso Identifikationsfigur wie Widerpart war. Horst Bredekamp wiederum knöpfe sich die Geschichte mit den drei Morden vor, um zu zeigen, wie Kunst und Leben in der Person Cellinis den "Status der Metapher unterlaufen", zitiert die Rezensentin.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Ingo Schulze. Das Wasser im August - Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ingo Schulze: Das Wasser im August
Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…